Der Donnerstag führte uns nach einer kurzen Fahrt zum Gatorland, einer traditionsreichen Alligatoren-Farm. Wer bisher noch keine Alligatoren zu Gesicht bekam, hier kann er sie in großer Zahl und ganz nahe und in natürlicher Umgebung beobachten. Um einen großen Teich führen Wanderwege und Stege über dem Wasser. Da gerade Vogelbrutzeit war, konnte man vom Walkway direkt in die Nester mit den Jungvögeln sehen. Neben den Reptilien ist vor allem die reichhaltige Vogelpopulation interessant; da die Vögel Menschen gewöhnt sind, kommt man ganz nah an sie ran. Reiher in allen Variationen, Löffelschnäbler, Ibisse, Geier, Marabus und Kormorane bevolkern das Reptiliengebiet. Man lernt hier auch zwischen dem Alligator und dem amerikanischen Krokodil zu unterscheiden. Vor allem für Kinder wird eine als Kroko-Wrestling bezeichnete Show mit einem kleineren Alligator vorgeführt. Die Fahrt mit der kleinen Eisenbahn führt rund um das Gelände, lohnt sich aber nicht, da man eigentlich nichts Interessantes sehen kann. Nur zu Fuß kommt man zu den Aussichtspunkten. Leider war diesmal nur einer der Aussichtstürme geöffnet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Spätnachmittag checkten wir im Hotel Comfort Inn im Lake Buena Distrikt ein. Von hier aus erreicht man alle Orlando-Attraktionen innerhalb von 30 Minuten. Zum Dinner aßen wir um die Ecke im Olive Garden, dem ersten italienischen Restaurant in den USA, in welchem uns das Essen gut und echt italienisch schmeckte. Leider verschlechterte sich das bisher schöne Wetter und in der Nacht regnete es heftig. Am Freitagmorgen war es stark bewölkt und so blieb es den ganzen Tag über. Das machte die doch schon sehr hohen Temperaturen erträglich und wir fuhren gegen 8 Uhr zum Disney Animal Kingdom, wo wir sofort ohne Wartezeit in einen Safari-Bus für die Afrika-Rundfahrt einsteigen konnten. Die Rundfahrtstrecke ist so angelegt, dass man die Zäune und Gräben, hinter denen die vielfältige afrikanische Tierwelt lebt, vom Bus aus nicht sehen kann und der Eindruck einer echten Safari entsteht. Die Straßen werden absichtlich in schlechtem Zustand gehalten und man hat das Gefühl, dass alles echt ist. Dabei ist vieles an der gezeigten Natur künstlich. Was sich nicht anpflanzen ließ, wurde künstlich nachgebildet.

Ein afrikanisches Dorf am Fluss, eine Urwaldeisenbahn und natürlich unzählige Einkaufsmöglichkeiten findet man bei seinen Spaziergängen. Am beeindruckendsten ist der Fußweg auf dem Rainforest-Trail, der verschiedene Einblicke in das Tierleben ermöglicht. Besonders interessant ist das große Gorilla-Freigehege. Wer Tiger sehen möchte, wandert über eine Hängebrücke nach Asien. Durch dicke Glasfenster einer Tempelruine kann man den Königstigern beim Bad oder bei der Mittagsruhe zusehen. Wagemutige fahren mit einer Art River-Rafting auf einem reißenden Fluß (eine feuchte Angelegenheit) oder mit dem Himalaya-Express ins Hochgebirge.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir hatten schon von zu Hause aus einen Park-Hopper-Pass gekauft, der es ermöglicht, an einem Tag zwei Disney Parks zu besuchen. Da einem bald die Füße weh tun, beschlossen wir, um 12 Uhr Animal Kingdom zu verlassen und im Hotel zwei Ruhestunden einzulegen. Um 16 Uhr gings dann zum EPCOT -Center, dem einzigen Park, der bis 21 Uhr geöffnet hat. EPCOT zeigt viele technische Errungenschaften und eine Art Weltausstellung der Nationen. Mehrere Länder werden, um einen großen See herum, durch klischeehafte Pavillons und Restaurants repräsentiert. Mit dem Parkhopper-Erwerb erhält man kostenlos drei Fastpässe. Mit diesen kann man sich bei drei gewünschten Attraktionen eine Zeit aussuchen, in der man an den Warteschlangen vorbei schnell zum Zug kommt. Im SOARIN sitzt man in einem 8er Sessellift und fliegt dann über die Landschaften des amerikanischen Westens, eine so perfekte Illusion, dass man die Beine anzieht, wenn man knapp über die Baumkronen fliegt. Im SPACE nimmt man als Mannschaftsmitglied an einem Flug zum Mars teil; auch so realistisch, dass es nur für jemanden empfohlen wird, der nicht anfällig gegen Reisekrankheit ist. Es gibt noch viele interessante andere "Fahrgeschäfte" und dann bieten die Länder- pavillons oft noch zusätzliche Attraktionen. In China treten fantastische Artisten auf, In Japan wird getrommelt...usw. Es kommt garantiert keine Langeweile auf; aber auch hier zahlt man mit der Zeit den Tribut an die großen Wegstrecken, die Beine werden müde und man kehrt gerne womöglich im Hofbräuhaus ein, das hier mitten im Schwarzwald und einer Art Rothenburg o.d.T. liegt. Aber es gibt bayerisches Bier und Sauerkraut - zu teuren Preisen versteht sich. Da wir spät dran waren, hielten wir es bis 21 Uhr aus. Um diese Zeit findet auf dem See täglich ein musikbegleitetes Großfeuerwerk statt. Anschließend wird der Park geschlossen und viele Menschen strömen zu den Parkplätzen. Gut dass wir uns gemerkt hatten, wo unser Auto stand.

Nach dem Auschecken am Samstagmorgen machten wir uns auf den langen Weg nach Süden. Unser Ziel war Sanibel Island; eine vorgelagerte Insel bei Fort Myers, wo wir für die kommende zweite Woche unserer Reise eine private Wohnung direkt am Golf von Mexiko gemietet hatten. Diese Wohnungen ( Condo's genannt ) findet man auf der Internetseite vrbo.com. Vacation rental by owner. Hier bieten die Wohnungsbesitzer ihre Eigentumswohnungen zu oft günstigen Preisen an. Nach der Saison, also etwa ab April, fallen die Preise oft auf die Hälfte der Winterpreise. Man muss aber wissen, dass es ab April schon recht heiss werden kann. Am günstigsten ist es für zwei Paare, denn die meisten Wohnungen haben zwei Schlafzimmer mit jeweils eigenem Bad und Toilette, eine komplett eingerichtete Küche und ein großes Ess-und Wohnzimmer mit Balkon. Die Wohnungen befinden sich meist auf kleineren Privatgrundstücken in Häusern mit mehreren Wohneinheiten. Unsere Wohnung lag in der Residenz Tarpon Beach, drei Häuser mit je 9 Wohnungen, mit einem Gemeinschaftspool und Tennisplatz an etwa 100 m breitem Strandgrundstück.
Wir fuhren bewußt nicht auf dem Highway, da wir noch etwas vom Land sehen wollten. Aber auch dort sind die Straßen gut ausgebaut und man kommt zügig voran, muss aber bei diversen Ortsdurchfahrten aufpassen, da das Geschwindigkeitslimit örtlich festgelegt wird und der Sheriff mit der Laserpistole hinter der nächsten Ecke lauern kann. Also Tempomat rein und langsam fahren. Die Amerikaner halten sich im Allgemeinen an die Geschwindigkeitslimits, auf dem Highway wird aber immer etwa 5 mph darüber gefahren.

 

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