Bei der Ankunft in unserer Residence Tarpon Beach waren wir positiv überrascht. Die Anlage machte einen sehr gepflegten Eindruck, schöne, subtropische Bepflanzung, ein schöner Pool und ein hölzerner Walkway zum Strand, dazu war die Wohnung edel eingerichtet und die Küche modern ausgestattet. Der Mietpreis war mit etwa 250 Euro pro Person und Woche dazu sehr niedrig. Nach dem ersten Einrichten gingen wir zum Strand, der nicht zu unrecht als der muschelreichste aller Florida-Inseln gilt. Mit jeder Flut werden unzählige Muscheln in vielen Variationen an den Strand geschwemmt und Muschelsammeln ist ein beliebter Sport unter den Besuchern. Profis sind nach der Flut schon mit Stirnlampen in der Dunkelheit unterwegs, um sich die schönsten Exemplare zu sichern. Das Wasser war um diese Zeit schon sehr warm.
Als nächstes kam der Besuch im Supermarkt, da wir selbst kochen wollten. Das Frühstück war dann auch immer üppig, mit frischen Früchten, Müsli, Kaffee, Milch, Spiegeleiern, Speck und Brot. Beim Brot war es aber wie immer schwierig eines zu finden, das unseren europäischen Ansprüchen genügte und sich nicht wie ein Schwamm anfühlte. Natürlich kauften wir auch amerikanische Premium-Steaks ein, der Geschmack ist unvergleichlich gut.
Zweimal sind wir aber auch essen gegangen, wie immer mit dem Resultat, dass es uns selbst gekocht doch besser schmeckte. Die amerika-nische Küche hat sich zwar in den letzten 20 Jahren sehr verbessert, ist aber im normalen Restaurant immer noch sehr Pommes - und Ketchup-lastig. Es wird viel frittiert und paniert.
Von Sanibel aus machten wir mehrere Ausflüge in die Umgebung. Schöne Natur erlebten wir im Audubon Corkscrew Swamp Sanctuary in der Nähe von Naples, wo man auf einem mehrere Kilometer langen Holzsteg durch Wald und Flur wandern und Tiere beobachten kann. Adler, Reiher, Waschbären und natürlich Alligatoren konnten wir so aus nächster Nähe sehen. Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher zum größten Outlet-Center der Region MIROMAR, wo fast alle Top-Marken-Label einen Laden mit angeblich billigen Preisen haben. Unsere Erfahrung: Wirklich gute Qualität hat auch im Outlet ihren Preis und für Schnäppchen muss man intensiv suchen und viel laufen.
Ein anderer Ausflug führte uns nach Fort Myers, eine Großstadt am Caloosahatchee River. Zu Beginn der industriellen Revolution bauten sich Henry Ford, Thomas Alva Edison und C.Firestone, die untereinander befreundet waren, am Flußufer schöne Winterresidenzen und auch Labors und Arbeitsräume. Besonders Edison erfand dort unzählige technische Geräte. Heute kann man die Winterhomes und die Laboratorien und Werkstätten besichtigen. Eine empfehlenswerte Tour (21 $), für die man auch eine deutsche Übersetzung mitbekommt (tragbares Audiogerät).

Der Hauptteil unserer Sanibel-Woche bestand aber aus Strandspaziergängen und Baden. Hier gibt es die Regel, dass kein Gebäude die höchste Palme überragen darf, was sich angenehm auswirkt und den Tourismus in Grenzen hält. Trotzdem muss man, vor allem am Wochenende, mit vielen Besuchern rechnen.

Für die letzte Woche unserer Reise hatten wir auf den Florida Keys (eine Inselkette ganz im Süden) ebenfalls eine private Wohnung gebucht. Von der Hauptinsel Marathon zweigt die Straße zur Nebeninsel Key Colony Beach ab, Eine Insel, die fast durchgängig mit Privathäusern bebaut ist. Ursprünglich wollten wir in Key West wohnen, aber die Preise dort haben selbst außerhalb der Saison Höhen erreicht, die man sich kaum noch leisten möchte. Unsere Residence Sea Isles bestand wiederum aus drei Häusern mit je 12 Wohnungen, allerdings vom Strand weg hintereinander. Unsere Wohnung befand sich im ersten der Häuser und so hatten wir es zum Meer nur etwa 15 Meter. Vor dem Haus befand sich eine Liegewiese mit Liegestühlen und Sesseln, dann begann schon der private Traumstrand. Neben dem Haus gabs eine offene Grillhütte mit zwei Gasgrills, die jeder benutzen durfte. Da die Häuser in der Sommersaison nur wenig belegt sind, hat man den Strand oft für sich alleine. Zwischen den ersten beiden Gebäuden liegt noch der Pool. Alles befindet sich in hervorragendem Zustand, kein Wunder, es sind ständig ein Gärtner und ein Hausmeister unterwegs um alles in Schuss zu halten. Hier gibt es kaum einen öffentlichen Zugang zum Meer, mit Ausnahme des Sunset Parks, von wo man den Sonnenuntergang gut sehen kann. Hier treffen sich bei gutem Wetter allabendlich Menschen die hier immer wohnen, um den Sonnenuntergang mit einem eigens dafür komponierten Lied zu feiern. Auch wir haben gerne mehrmals an dieser Zeremonie teilgenommen.

Auf Key Colony Beach gibt es eine Menge Traumvillen direkt am Meer und wem es nicht zum Meeresgrundstück gereicht hat, hat sein Motorboot und Haus wenigstens an einem der zahlreichen Kanäle liegen. Ein kleiner Golfplatz und zwei Restaurants runden das Bild einer wohlhabenden Community ab. Zum Einkaufen muss man hier die Insel verlassen und einige Meilen fahren.

Wegen der Insellage gabs für uns auch nur einen Tagesausflug nach Key West, der Abschlussinsel auf dem langen Weg nach Süden. Von hier aus sind es nur noch 90 Meilen bis Kuba (Luftlinie). Die Straße führt über die bekannte 7 Meilen-Brücke, wo die Straße auf Stelzen rund 11km offenes Meer überquert. Die Fahrt  bis Key West dauerte etwa 90 Minuten, da nicht sehr schnell gefahren werden darf.
Key West selbst ist ein Städtchen mit viel Touristenrummel. Hier lebte einst Ernest Hemingway, was weidlich ausgenützt wird. Es werden Stadtrundfahrten mit verschiedenen Fahrzeugen angeboten. Im Hafen legen oft große Kreuzfahrtschiffe an, dann wird der Rummel fast unerträglich.
Nach einer Woche Karibik pur, zu der auch ein Regentag gehörte, mussten wir wieder packen und unser Auto zum Rückgabepunkt am Miami-Airport bringen. Ohne Navi hätten wir niemals hingefunden - die letzten Meilen waren ein einziges Verkehrschaos.
So flogen wir gegen 16:50 Uhr wieder mit unserem A380 in Richtung Frankfurt ab. Dank starkem Rückenwind war die Flugzeit auf etwa 7:30 Stunden geschrumpft. Für den Rückflug hatten wir Sitze in der neuen Premium Economy Klasse gebucht und das war richtig schön. Man hat viel mehr Arm-und Beinfreiheit, kann sich weiter zurücklehnen - sehr empfehlenswert, auch wenns natürlich mehr kostet.
Leider mussten wir in Frankfurt noch viel Zeit totschlagen, ehe wir in unseren Flieger nach Friedrichshafen steigen durften und um 14:30 Uhr dort landeten.

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